Samstag, Juni 03, 2006

Italien

... ist seit 1962 offiziell malariafrei.

Mittwoch, Mai 31, 2006

Nachtleben

Mehr ist da nicht raus zu holen, beurteile ich dass was ich im Spiegel sehe. Endgestylt mach ich mich auf den Weg zum Club. Es regnet, in meinem Bauch herrscht Anarchie und so richtig Lust hab ich auch nicht. Aber abgemacht ist abgemacht. Auf dem Weg dort hin kommt mir Jagdbeute entgegen. Jung, dynamisch, gut aussehend und dann noch drei davon. Prima, direkt mal antesten wie mein Marktwert heute steht. Also die Hüften etwas mehr während des Gangs schwingen lassen, Oberkörper gerade aufrichten, verführerischen Blick aufsetzen und die Haare sinnlich nach hinten werfen.
Dann passiert es, mein Absatz hängt wieder im Bürgersteig fest. Diesmal aber hartnäckiger. Ich verliere den Schuh. Nach klasse, ich komme mir vor wie bei einer schlechten Aschenputtel-Verfilmung, nur dass hier das Aschenputtel zur Lachnummer wird. Super gemacht. Ich pul verlegen meinen Schuh aus der Straße und zieh weiter. Der Abend wird immer besser, es ist so ein Club bei dem man demonstrativ erstmal vor der Tür warten muss. Das mein Haarspray absolut gar nicht mit dem Regen harmoniert, scheint hier keinen zu interessieren. Endlich drin, erst mal zur Gardarobe und gekonnt aus dem Mantel schälen. Ha, das Oberteil zeigt Wirkung, Frauen schauen neidisch, Männer schauen erwartungsvoll.
Nix gibt’s. Zunächst ne Runde drehen und meine Leute finden.

Auf der Tanzfläche kann ich drei verschiedene Tanzstile entdecken. Einmal diejenigen die von Fuß zu Fuß hoppen, dabei die Hände in den Taschen haben und gelangweilt gucken. Ganz so, als würde man sie zwingen hier zu tanzen. Dann die „Ich kann alles mitsingen“ die ihre Englischkenntnisse beweisen und pantomimisch das Lied begleiten. Zuletzt die etwas Begabteren, bei denen man ihre Tätigkeit schon eher als tanzen identifizieren kann.

Nach einiger Zeit muss ein Zwischenstop auf der Toilette eingelegt werden. Vor dem Spiegel herrscht Tussialarm. Hier wird geschminkt, gelästert, frisiert und alles zurecht gerückt.
Was guckt die Zicke so? Oh doch sehr sympathisch, sie lobt mein Oberteil. Nette Frisur geb ich ihr wahrheitsgemäß zurück. Frauensolidarität eben. Auf die Titelseite von „EMMA“ kommt man damit nicht, aber man muss sich ja dem Niveau des Umfeldes anpassen. Ich nehm innerlich auch noch die Zicke zurück.

Die Tanzfläche ist so voll und ausschließlich mit den perversen die sich gerne an anderen reiben. Igitt, es war ein Fehler ein ärmelfreies Top anzuziehen. Jetzt reiben die sich auch noch an meiner nackten Haut.
Wenn der mich jetzt noch einmal anrempelt, haut ich dem ein paar in die Fresse. Geht doch, er zeiht nach meinem bösen Blick ab.

Es ist so warm, ich brauch was zu trinken. Braves Oberteil, das Getränk geht auf den netten Mann an der Bar. Was labert der da? Ich versteh kein Wort. Kann aber erkennen dass es wohl um ihn selbst gehen muss, typisch Mann. Also leicht lächeln und nicken. Passt immer. Bevor er zu zutraulich wird, schnell wieder in der Masse verschwinden.

Dorfpomeranzen erkennt man irgendwie immer an ihrer Kleidung. Die da auf der Box kommt garantiert aus dem Gau. Weißes Top das im Ausschnitt zusammengeschnürt wird, schwarze Lederhose, falsche Fingernägel und ein Vogelnest auf dem Kopf.
Oh mein Gott, wie läuft die denn rum? Hat der noch keiner gesagt, dass die zu fette Beine für diesen Einteiler hat? Die hat Zuhause wohl nur ein Spiegel, der das Übel höchstens bis zum Bauchnabel zeigt. Oder ein Fall von grenzenloser Selbstüberschätzung. Könnte auch ein Selbstbewusstsein von hier bis Beirut sein.

Der Heimweg gestaltet sich etwas schwierig, irgendwas stimmt mit dem Boden nicht. Er schwankt. Schwerste Bedingungen. Ich such mir die Bordsteinkante als Peilungslinie und konzentrier mich aufs geradeaus laufen. Weit hab ichs ja nicht. Ich hätt aber doch besser ein Taxi nehmen sollen. Meine Füße tun tierisch weh. Soll ich die Schuhe ausziehen? Der Boden ist bestimmt sau kalt. Ist es schlimmer schmerzvoll den Weg in diesen Schuhen zu absolvieren oder lieber eine Harnröhrenvereiterung aufgrund einer Barfußtour? Ich bin nicht sehr Entscheidungsstark und überleg mir das gründlich bis Zuhause.

Donnerstag, Mai 25, 2006

Die Klostrategie

Gibt es einen schöneren Ort als in einem frisch bezogenem, kuscheligen Bett zu liegen? Ich liebe mein Bett. Ich habe mein Schlafzimmer so eingerichtet, dass ich dort theoretisch meine Kommandozentrale einrichten könnte. Ich lieg gerade aber nur im Bettchen, um mich von meinem Tobsuchtanfall zu beruhigen. Hatte wieder eine unangenehme Begegnung mit Windows.
Das ich mich für meine faulen Momente in meinem Leben fast entschuldige oder zumindest rechtfertige, grenzt schon an Schizophrenie.
Warum stürzen Programme auch immer dann ab, wenn man gerade mal nicht zwischengespeichert hat? Naja, solange man zum „Beenden“ von Windows erst auf den Start-Button drücken muss, braucht man sich über Bugs nicht zu wundern.
Oh nee, jetzt auch noch ne Nervsack-Attacke. Blöd. Wollt aber sowieso noch Einkaufen gehen.

Warum sind eigentlich alle Gemüseläden in türkischer Hand? Ist das so was wie die türkische Gemüsemafia?
Was die Leute so alles in sich reinstopfen. Dicke Menschen essen meistens dick-mach-Sachen. Die dicken Kinder von Landau sind immer im großen M zu finden. Fällt einem aber auch nur dann auf, wenn man selbst Diät macht. Ich hab mal einen Blog gesehen, indem der Initiator alles fotografiert hat, was er gegessen hat. Wirklich alles. Über Monate hinaus. Interessanter Blog.
Boah, alkoholische Erstickungsgefahr von rechts und das um diese Uhrzeit. Das die Leute in der S-Bahn immer so geil stinken müssen. Steigen gerade die Wasser- und Deopreise?
Apropos Wasser, mein Kippschalter hat wieder zugeschlagen. Weltklasse. Und das mitten in der Stadt. Was solls, muss ich halt zur H&M-Kundentoilette. Ich hab eine Strategie, möglichst Keimfrei von einer öffentlichen Toiletten zu entkommen. Also reinkommen muss man möglichst ohne Berührungen von Türgriff oder ähnlichen. Eine Studie besagt, dass die meisten Frauen, bei drei Toiletten meistens die mittelerste nutzen, am seltensten die an der Tür. Also auf die Türtoilette. Danach lass ich das Klopapier sprechen. Klodeckel (falls noch vorhanden) nur mit Papier aufmachen, natürlich nicht hinsetzten. Außerdem besagt die Studie das die meisten Männer ihr Papier zerknüllen, Frauen dagegen falten ihr Papier. Wobei ich mich immer frage, ob Männer auch für Wasserlassen Papier benötigen. Hab noch nie ein Klopapierhalter neben einem Urinal gesehen. Das heißt, nachdem die DEN angefasst haben, drücken die beherzt auf die Spülung und stecken den einfach so weg? Iss ja eklig.
Nachdem meine Hände gewaschen sind, erst zum Papier greifen und dann erst den Wasserhahn schließen. Mit einem neuen Papier die Hände trocknen und mit einem weiteren Papier die Tür öffnen. Nennt mich verrückt, aber meine Krankenquote spricht für meine Strategie.

Montag, Mai 22, 2006

Fuchs du hast das Huhn gestohlen

Naja, eigentlich zwei. Als mich heute Morgen meine Mama angerufen hatte, musste ich erstmal 2 Minuten lang herausfinden was eigentlich los war. Meine arme Mama, ganz aufgelöst am Telefon, hat bitterlich geweint. Über Nacht hat der Fuchs ihre beiden Hühner gerissen.

Hilde & Mathilde.

Die zwei waren echt putzig. Jedes Mal wenn man den Garten betreten hat, sind sie immer sofort angelaufen gekommen (Fremde wären eher eingeschüchtert gewesen und wären geflüchtet, so schnell wie die sich immer auf einen draufgestürzt haben) und haben sich auf die Füße gesetzt und die Flügel gespreizt. Und wehe du hast sie nicht gestreichelt und dich mit ihnen unterhalten. Dann hat man schmerzhafte Erfahrung mit zwei Hühnchenschnäbeln gemacht.
Geil war auch, wenn man für die zwei Hühner nur einen Wurm hatte. Da haben die zwei an je einem Ende solange gezogen, bis aus einem Wurm zwei wurden, nicht ohne einen Hühnertanz aufzuführen. Jedes Mal lustig.
Naja, jetzt sind sie nimma da. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe die Hühnerreste aufzusammeln. Hühnchen steht mal die nächste Zeit nicht mehr auf dem Speiseplan. Wenn man mal gesehen hat, was so alles in einem Hühnchen drin ist, vergeht es einem schon.
Die Sammelaktion, unterbrochen von Würgreiz, hab ich dann auch ehrenvoll begraben. Prima Sache, muss nicht noch mal sein, aber was tut man nicht alles wenn die Mama weint.

Samstag, Mai 20, 2006

Körpersprache und Musikantenstadl-Opfer

Da sitze ich nun und beobachte die Menschen, die an mir vorbei gehen. Ich liebe es Menschen zu beobachten. Ich mache es täglich und zu jeder Gelegenheit. Ich mache es sogar lieber, als mich mit Menschen zu unterhalten. Am allerliebsten beobachte ich Menschen, die sich nicht beobachtet fühle. Kindern zum Beispiel, könnt ich sehr lange zuschauen. Sie sind so authentisch und handeln so Instinktbehaftet. Dieser eklige Fratz erforscht gerade ausgiebig seine Nebenhöhlen. Bitte steck ihn jetzt nicht auch noch in den Mund… Oder der da, sinnloser Versuch einer Anmache. Die ist ein paar Stufen zu hoch für dich, Junge.

Oh, netter Mann auf Tischsuche. „Gehen sie nicht an Tisch 2, ziehen sie nicht zur Blondine an Tisch 5 und bewegen sie sich schnellstmöglich zu mir.“ Manchen Männern muss man ihre unbewussten Wünsche eben erklären. Auf dezente Art & Weise näher bringen.
Pff, geht doch an einen anderen Tisch. Wer weiß, wo der Mann seine Defizite hat.

Eine Studie besagt: Der erste Eindruck hängt zu 55 Prozent von der Körpersprache, zu 38 Prozent vom Tonfall und nur zu 7 Prozent vom Inhalt der Rede ab.
Das soviel Wert auf nonverbales gegeben wird, hängt bestimmt mit der Kindheit zusammen. Je nach dem welche körperliche Haltung meine Mama eingenommen hat, nachdem sie was erfahren hat, was sie besser nicht erfahren sollte, wusst ich schon „flitz ab“ oder „schnautze halten und lieb gucken“.

Eh, jetzt fängt er ja doch an mit Tisch 5 zu reden. Warum hat er sich jetzt für Tisch 5 entschieden und nicht für mich? Hab ich eine scheiss Körpersprache oder was?

Nach den neusten Forschungsergebnissen verläuft der Prozess des Abcheckens in weniger als 3 Sekunden. Wir selektieren unsere Umgebung in drei Kategorien:

  • auffällig und sympathisch
  • auffällig und unsympathisch
  • unauffällig und uninteressant.

Männer mit folgenden Eigenschaften gehören, laut dieser Studie zu den begehrenswerteren Objekten:

  • überdurchschnittliche Körpergröße (über 1,80m)
  • aufrechte, lockere Körperhaltung
  • Vitalität (lockere, sichere Bewegungen; wacher, neugieriger blick)
  • lächeln
  • Kleidung, die einen höheren sozialen Status andeutet (sportlicher Anzug)
  • gepflegtes Äußeres
  • sichere Gesten und Blickkontakt.

Stimm ich voll und ganz mit ein. Männer achten bei Frauen auf ähnliche Signale. Wobei ich festgestellt habe, dass eine Mischung aus selbstbewusstem Auftreten und Hilfsbedürftigkeit fast immer zieht. Hätt ich mal besser etwas hilfsbedürftig schauen sollen. Was bringt all das Wissen, wenn mans nicht anwendet.
Naja, beobachte ich lieber mal die Leute weiter, es ist erstaunlich welche Paarkonstellationen es gibt. Da der nette Mann mit der Schabracke und da die mondäne mit dem Obermacker. Komisch ist das.
Legt man Männern zwei dutzend Frauenfotos vor und bittet sie, die attraktivste herauszusuchen, so werden fast alle auf dieselben zwei oder drei Traumwesen tippen. Umgekehrt findet man auch bei Frauen mit der gleichen Methode eine hohe Übereinstimmung, wie ein attraktiver Mann aussieht. Schaut man jetzt aber genauer hin, mit was Männern beziehungsweise Frauen in ihrem leben eine Partnerschaft eingehen, so stellt man fest, dass den Personen an ihrer Seite meist dieses attraktive Äußere fehlt.

Worauf achten wir also wirklich, wenn wir nach Männern und Frauen Ausschau halten?
Bloße Schönheit hat eine Tendenz zur Unauffälligkeit. Also Auffallen um jeden Preis?
So wie die da, mit ihrem schwarzen Satan-Outfit? Wohl eher nicht. Ich hab da meine ganz eigene Theorie: Wichtige Bezugspersonen, die uns entscheidende Impulse in der Kindheit gaben, oder uns Maßlos enttäuschten und betrogen haben spielen bei der Partnersuche eine große Rolle. Neue Bekanntschaften, die uns in ihrem Aussehen oder Verhalten an diese Bezugspersonen erinnern, beurteilen wir spontan in ähnlicher Weise. Die Folge: wir suchen oft Partner, die unseren Eltern oder unserer ersten Liebe ähneln (wir wissen dass es sich schrecklich anhört, aber es ist so!) – oder ihr genaues Gegenteil zu sein scheinen. So wie bei der Satansbraut da. Ihre Eltern waren bestimmt Schlagersänger oder Musikantenstadl-Zuschauer. Das wär ne pasple Erklärung.