Samstag, März 07, 2009

Angekommen

Wir waren ja auch nur knappe 22 Stunden unterwegs!
Aufgestanden um 5.30. Zug um 7 Uhr nach Frankfurt. Flieger um 11.40 nach Cincinnaty. Ortszeit 15.30 (+ 6 Stunden) angekommen. Anschlussflug nach JFK um 16.30. Um 18.30 in New York gelandet. Mit dem Airtrain zur U-Bahn. Mit der U-Bahn nach Manhattan. Von Manhattan mit dem Bus nach New Jersey. Um 22 Uhr waren wir im Bett!



Gestern haben wir uns den Financial-District angeschaut.
Hier mal unsere "Laufkarte":


Ground-Zero ist ne riesen Baustelle und rundherum nur Chaos. Mir kam es wie eine riese Wunde im amerikanischen Ego vor. Überall Baustellen, gesperrte Straßen und Absperrungen.
Die Wall-Street ist komplett abgesperrt und gesichtert.
An jeder Ecke stehen Polizisten mit Maschinengewehren.
Fast alle Gebäude sind für die öffentlichkeit gesperrt.
Ein komlett anderes Bild, als ich von meinem vorherigen Besuch, vor dem 11. September hatte. Damals war in den Straßen ein richtiges Ameisengewimmel, heckiges Treiben und überall Businesscasper. Davon ist nix mehr da.

Dann sind wir weiter zur Freiheitsstaue.
Sicherheitskontrollen! Wie am Flughafen: Taschen, Mäntel, Schuhe, Gürtel, alles durchleuchten lassen und durch den Metalldetektor. Die ganze Prozedur zweimal. Einmal vor der Fähre. Und einmal vor der Statue, da wurde dann aber noch auf Sprengstoff gesucht, indem man in einer Kabine mit "Luft" besprüht wurde (die anscheinend die aufgewirbelten Luftpartikel nach Chemikalien untersucht).
Der ganze Sicherheitskram war nervig und war eher ein Gefühlsdämpfer. New York wird überschätzt.

Doch dann sind wir vom Courthouse, Richtung Chinatown gegangen. Da sahen wir die Pace-University, die CityHall (Auch abgesichter) und das Courthouse, alles im hellgelben Sandstein gehalten, alles sehr prachtvoll, monumental und groß.
Dann geht man um die Ecke und zack: Chinatown!
Plötzlich nur Asiaten und kleine Häuschen, überall asiatische Schrift, kleine Lädchen, viele (gute) Gerüche, ein Gewusel und Gewimmel. Es ist laut und voll auf den Straßen und wir völlig platt von den Eindrücken. Zwei Ecken stehen wir plötzlich in little Italy.
Wieder alles komplett anders.
Von jetzt auf gleich. Überall Tische und Stühle auf den Straßen, schicke Restaurant, kein Gewusel, alles sehr langsam und gemütlich. Italiener mit mind. einer Tube Gel in den Haaren, bitten uns ins Restaurant. Es riecht herrlich und es hat alles so ein bisschen den mafioso Touch.

Heute geht's zum Broadway und 5th Ave. Shopping!!!!!!! Und das bei 17 Grad Sonnenschein. Yeah!

Mittwoch, März 04, 2009

Pepe

Da Frau Schmidt ja in die warmen Gefilde entflohen ist und mich hier im Kalten sitzen lässt, muss ich in Erinnerungen schwelgen...

Frau Schmidt und ich hatten beschlossen um die Häuser zu ziehen.
Das machten wir nicht oft, da in Kneipen rumhängen nicht so unser Ding ist.
Aber an diesen Abend machen wir es und hatten es auch sofort wieder bereut.

Denn wenn sich zwei Frauen alleine an einen Kneipentisch setzen, heißt das anscheinend soviel wie "Kommt und nimmt uns!".
Ständig kamen Typen an unseren Tisch und laberten.
Frau Schmidt und ich wollten uns aber gerne alleine unterhalten. (Wir haben uns ja auch immer viel zu erzählen. Wir wohnten damals zwar zusammen, aber das hinderte nicht unseren Erzählfluss...)
Irgendwann hatten wir uns dann Strategien überlegt, wie wir die uns anlaberten Typen schnellst möglich wieder los werden.
Weil das nahe liegende "Nein, danke." nicht funktionierte. Nein im Gegenteil, es spornte noch an.

Also haben wir besprochen, wenn jetzt wieder einer kommt und fragt ob wir was trinken wollen, dann fangen wir urplötzlich ganz hell und schief und piepsig an zu kichern...
(Mäßiger Erfolg!)

Ok, dachten wir uns, es muss härter sein.
Beim nächsten Mal würden wir die Typen ganz süß anschauen und mit großen Augen "Ja, gerne!" sagen und dann beide urplötzlich Gesichtszuckungen bekommen.
Das half, aber wir hätten uns fast vor Lachen in die Bux (saarl. Hose) gemacht.

Der ganze Abend erinnerte uns an die Zeichentrickfilmserie, in der ein Sticktier immer einer schwarzen Katze hinterher eifert. Und die arme Katze tun konnte was sie wollte, das Stinktier ließ nicht locker. Auch raffte das Stinktier nicht, dass die Katze kein Stinktier war, sondern eine Katze.
Der hieß Pepe, wie Frau Schmidt nach gar nicht langer Zeit einfiel. (Frau Schmidt ist ein wandelndes Filmlexikon.)
Wir waren Katzen und Männer Stinktiere!

Auf dem Nachhauseweg, wurden wir dann auch noch von einem Franzosen angesprochen. Wie das Stinktier hatte der einen französischer Akzent.
Ich hatte genug von den Abend und sagte "Oh, hau ab Pepe!" Der verwirrte Franzose schaute uns noch nach, wie wir - uns gegenseitig stützend vor lachen - nach Hause begaben.

Dienstag, März 03, 2009

T minus 1

So noch fast ein Tag und dann ist es soweit.
Die Unterlagen sind jetzt mittlerweile auch mal da. (Habt ihr das gerade gehört? Das war der Stein der von mir abgefallen ist)

Leider hat sich unser Flug geändert. Statt eines gemütlichen 8 Stunden Non-Stop Flug von Frankfurt nach JFK, haben wir jetzt einen "Zwischenstop" in Cincinnati und damit erst in 12 Stunden in New York.
Die Freude war groß!

Montag, März 02, 2009

T minus 3

Heute Morgen ist mir aufgefallen, dass wir noch keine Unterlagen zugeschick bekommen haben. Panik!!!
Kundencenter angerufen, alles geklärt. Sollen morgen da sein. Ich bin mal gespannt.
Das wird nix, dass weiß ich doch jetzt schon. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Heute Abend hab mich mit meiner Schwester getroffen. Lecker was gegessen und dummgeschätzt.
Dabei wieder die geilsten Geschichten aufgewärmt. Zum Beispiel, dass ich meiner (9 Jahren jüngeren) Schwester einen Zaubertrick vorführen wollte. Dazu sollte sie mich ins Badezimmer einsperren, (den Schlüssel unbedingt stecken lassen!!!!) und ich würde in Null Komma Garnix wieder aus dem von außen verschlossen Badezimmer kommen. (Ich war 12. Anm. d. R.)
Gesagt getan.
Schwesterherz schließt mich ein und ... zieht aber den Schlüssel ab!
(Sie hat noch nie richtig zugehört!)
Naja, nix Zaubertrick.
Schwester geht mit Schlüssel im Sack spielen.
STUNDEN später, muss sie aufs Klo und wundert sich, dass das Klo abgesperrt ist ... da fällt ihr ein: "Ach, da war ja was!" Sie schließt das Bad wieder auf, ich lieg auf dem Boden, gebettet in sämtlichen Handtücher und mache Bubu.

Sonntag, März 01, 2009

Überfall

Gestern bin ich auf dem Nachhauseweg überfallen worden!
Nichts ahnend laufe ich Richtung Heim. Die Sonne scheint. Der Wind geht etwas. Ich geniese den Spaziergang bei dem mich Ingrid Michaelson begleitet. Und plötzlich steht eine Filmcrew vom SR (Saarländischen Rundfunk) vor mir.

Ob ich mal da kurz durch Bild laufen kann.
Das kann ich, dass ist einfach. Ich will aber nicht!

Ob sie mir ein paar Fragen stellen kann.
Das kann sie bestimmt, dass will ich aber noch viel weniger!

Die drei schauen mich mit Hundeaugen an und bequatschen mich: Es geht ganz schnell ... tut nicht weh ... das wäre super nett von mir ...usw.
Dabei sehen die so ein bissle wie Mitbewohner einer Öko-WG aus und tun mir etwas leid.
Ich lasse mich dazu überreden, dass ich ja kurz mal durch's Bild laufen kann. Ist ja auch nicht so schlimm (denk ich mir!).
Also lauf ich durchs Bild.
Muss ich zweimal machen.
Beim zweiten Mal steht dann (jetzt doch) die Öko-Mitbewohnerin mit einem Mikro vor mir. (War ja klar!)

Ob ich wisse, was für ein Gebäude da auf der anderen Seite der Straße sei.
Ja weiß ich. Ein Clubheim von einer Motorrad-Gang.

Was halte ich denn so von denen.
Ich bitte die Frage zu spezifizieren. (So langsam schwant mir wo das Gespräch hinführen soll...)

Was denke ich wie die so drauf sind, werde ich gefragt.
Ich denke dass sie schon den Klischees gerecht werden und gerne Motorradfahren, Ledersachen anhaben und gerne Heavy-Metall-Musik hören.

Ob ich glaube, dass diese Leute gewaltbereit seien.
Nein, dass glaube ich nicht. Sind bestimmt alles coole Papas, die gerne den harten Mann raushängen lassen.

Ob ich weiß, dass im den Club keine Frauen aufgenommen werden.
Das wusste ich nicht, aber wenn sich in mir mal das Interesse regen sollte, zu einer Motorrad-Gang beizutreten, werd ich mich drüber aufregen.

(Sie hatten sich wohl andere Antworten erhofft!)
Also stört mich das nicht?
Nein!

Könnte ich mir vorstellen, mit so einem als Partner zusammen zu leben?
Wenn er die Spülmaschine ausräumt und sich beim Pipi machen hinsetzt, warum nicht.

Jetzt müssen sie lachen und beenden endlich die Fragerei. Entschuldigen sich noch für die (doch) gestellen Fragen und Bedanken sich brav.
Ich mache mich nun wieder auf dem Heimweg, aber aus einem mir unerklärbaren Grund, verspüre ich die Lust auf härtere Musik. Mindestens Red Hot Chili Peppers. Am Ende wirds Armand van Helden.