Freitag, Mai 18, 2007

Pure Vernunft darf niemals siegen

Obwohl ich weiß, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft umziehen werde, habe ich mir eine neue Couch gekauft. Die ist gerade gekommen. Hat sich über die lange Anfahrt beschwert und die vielen Treppen zu meiner Wohnung. Bei mir haben nur sportliche Möbel eine Chance, sagte ich ihr. Man käme auch so schwer die Tür rein, sagte sie. Hier gilt die Fisherman’s-Regel: Ist die Tür zu stark, bist du zu schwach.
Schön formatiert hat sie, nach dem verbalen Kurzspiel, nun ihren Platz im Wohnzimmer eingenommen. Herrlich! Total bequem und schön anzuschaun.

Obwohl ich sehr viel zu tun hätte, muss ich nun erst einmal daran arbeiten das auf der Couch die passende Kuhle für meinen Hintern geschaffen wird. Das muss ja auch getan werden! Währenddessen quälen mich schon das schlechte Gewissen und die Abgabepanik. Beides ganz fiese Zeitgenossen.

Männer behaupten ja immer, dass Frauen sich nicht durch Logik behindern lassen. Vielleicht ist da ja schon was dran.

Sonntag, Mai 13, 2007

Ann sucht ihren Baseballschläger

Habe ich schon mal erwähnt, dass mein Leben scheiße ist?
Darf ich euch bitten, mit mir gemeinsam eine Hass-Minute einzulegen?
Hass, Hass, Hass … Aaah, gut. Danke. Jemand muss mich in den Arm nehmen! Hass, Hass. Seht ihr meinen roten Kopf? den haben ich immer wenn ich mich aufrege. Hass … Es wird besser. Danke.

Ich hasse es. Ich hasse es sehr!
Ich muss es aber machen. Und das auch noch unter Termindruck.
Nun sitze ich schon den verdammten Sonntag, den gottverdammten Sonntag lang da und was kommt dabei raus? Nix. Absolut nix. Aarrrggh.
Ich hasse mein Studium. Ich hasse es sehr!
Ich will nicht mehr. Ich will überhaupt nicht mehr.
Das ist wie puzzeln mit fehlenden Teilen. Man fängt voll motiviert an (… auch weil der Abgabetermin im Nacken sitzt) ... Fängt an. Liest nach. Bastelt. Testet. Scheiße! Liest weiter, bastelt weiter, testet weiter. Wieder Scheiße! Fragt jemand der sich damit auskennt, denkt man hätte es verstanden. Bastelt. Testet. Scheiße.
Zur Entspannung meines Gemüts, habe ich gerade eine Kerze angezündet, „Hello Kitty“-Socken angezogen und Schokolade gegessen.
Es folgt ein letzter Versuch, bevor ich mit einem Baseballschläger auf meinen Laptop und Schreibtisch draufschlage und wild schreiend meine Bücher aus dem Fenster werfe.
Wenn jemand heut noch keine Gute-Tat vollbracht hat und sich zufällig mit SQL auskennt, könnte er mich vor dem baldigen Suizid bewahren.

Mittwoch, Mai 09, 2007

DBSF

Ich suche einen neuen Mitbewohner.
Folgend, Auszüge des gestrigen Gesprächsprotokoll:
„Ich bin Russe, 28 und arbeite halblegal in Saarbrücken.“
„Aha!“ Ich überlege ob ich wissen will was halblegal bedeutet ...
„Ich komme aus Biberach.“
Ziemlich ungewöhnlich für einen Russen, erklärt aber durchaus seinen typisch russischen Namen: Jürgen!
„Biberach ist ja statistisch die zweit kriminellste Stadt Deutschland ...“
Wie viel Einwohner hat Biberach? Knappe 30.000? Joa, wenn da mal jemand in der Dorfkneipe Stress schiebt, das treibt die Statistik hoch ...
Deshalb sei er auf die schiefe Bahn gekommen.
Hätte in Drogen gemacht.

Na ob die sich dann noch verkaufen ließen ...
Hätte connections bis nach Kolumbien gehabt...
Wer kennt nicht den Drogenring Biberach – Santa Fee ... in Kenner-Kreisen auch DBSF genannt.
Wäre in Schlägereien verwickelt worden und aufgeflogen. Kam dann in den Knast.
So langsam überkommt mich ein ungutes Gefühl ... Soll ich mal schnell die Oberarmweite, sowie den Einflussbereichs meines Vaters erwähnen? Nur mal so als Prävention?
Er sei seit drei Wochen „draußen“. Musste von Biberach weg, wegen dem schlechten Einfluss. Ist jetzt weg von den scheiß Drogen.
Jetzt will ich doch wissen was halblegal bedeutet.
Er grinst.
Ich erwähn, das mein Papa Vizemeister beim Armdrücken war und Saarlandmeister im Boxen. Ein kleiner Rocky, sozusagen. Würde auch fast so aussehen... Und mein Papa liebt mich. Sehr! Ich war schon immer das Papakind.
Er macht in Autos.
Ich sage, dass er in meines nicht machen kann, ich hätte keins.
Er findets nicht lustig oder hat mich nicht verstanden.
Ich beschließe mit den Witzen aufzuhören.
Jürgen erzählt von seiner gestrigen Schlägerei.
Ich klingel unterm Tisch meine Mama an.
Mama ruft zurück.
„Ach hallo Papa! Ja ich bin zuhause. Ja kein Problem, kannst kommen. In 10 min? Prima.“
Meine Mama fragt, ob ich was getrunken habe?
„Nein, hier ist nur gerade jemand der sich das Zimmer anschaut. Aber wir sind gerade fertig...“
Meine Mama schweigt und sagt dann dass sie Papa losschickt.
Das von Neben’sche Schutzprogramm funktioniert!

Dienstag, Mai 08, 2007

Audiopotential

Warum ich so glücklich bin? Nun das liegt daran, dass ich gerade aus dem Sport komm’, da bin ich immer voller Glückshormone.
Woran das liegt? Hmm, zum einen bestimmt an dem äußerst netten Mann auf dem Nachbarlaufband. Aber auch daran, dass ich für mich die perfekte Wiedergabeliste zum Laufen gefunden habe.
Erstellt, optimiert und für gut empfunden.
Ihr könnt es ja mal selbst testen:
Zum Aufwärmen: Come play with me – Armand van Helden
Zur leichten Steigerung: Jenny – Armand van Helden
Etwas schneller werdend: My Generation – Limp Bizkit
Hochphase: Hot City nites – Armand van Helden
Motivationsphase: Medusa’s Path – Prodigy (sehr laut!)
Wieder voll motiviert: My My My – Armand van Helden
Letzte Bergetappe: Readymade – Red Hot Chili Pepers
Auslaufphase: Your time has come – Audioslave

Sonntag, Mai 06, 2007

Am Bahnhof

Ein Mann mit sehr vielen Taschen balanciert in meine Richtung. Er sieht aus wie ein Packesel. Ich suche hinter ihm die dazugehörige Frau. (nicht das ich Vorurteile hätte...) Es kommt keine. Warum schleppt der denn so viele Taschen mit sich? Und warum denn so viele kleine? Es wäre doch praktischer nur ein paar große Taschen zu schleppen...
Als er an mir vorbei gehen wollte, fragte ich ihn: "Entschuldigung, kennen Sie ein gutes Koffergeschäft?"
Er bleibt stehn, schaut mich an, lächelt und geht weiter.
Ich mag Menschen mit Humor.